Ein Geschäftsmodell greift um sich

Ich hatte mich schon einmal äußert unwillig zu einem unaufgeforderten Angebot der Rechtschreibkorrektur  geäußert, jetzt bekam ich das nächste Angebot solcherart.

mein Name ist XXXX XXXX. Ich arbeite als freiberufliche Lektorin.

Sie sind sich gewiss dessen bewusst, dass Rechtschreibfehler einen Webauftritt in einem schiefen Licht erscheinen lassen (siehe Referenzen auf meiner Homepage).

Ich möchte Sie auf einige Tippfehler aufmerksam machen, die ich während des Testens meiner Online-App auf Ihrer Website gefunden habe. Diese Applikation ermöglicht es, die Effizienz der Rechtschreibprüfung im Vergleich zu anderen Rechtschreibprüfungsservices zu erhöhen. Mit der Verwendung der App kann ich Ihnen einen schnellen und preiswerten Service anbieten. Darüber hinaus zeigt die App jeden Tippfehler in seinem eigenen Kontext an.

Sie können sich zwei Beispiele für Rechtschreib- oder Tippfehler ansehen, die ich auf Ihrer Website gefunden habe.

……..

Wollen Sie weitere Fehler auf Ihrer Website durch mich finden lassen? Bei Interesse an einem unverbindlichen Angebot kontaktieren Sie mich.

Bitte besuchen Sie meine Website unter www.rechtschreib-app-testen.com , um mehr Informationen erhalten zu können.

Mit freundlichen Grüßen

Und diese Dame hat dann den richtigen Bogen raus:

  1. Ihre eMail-Adresse stammt von typotracking.com, einer Webseite,  welche mit  nicht angezeigten Inhaber-Angaben registriert ist und die keinerlei Inhalt enthält
  2. Ihren Dienst bietet sie an unter rechtschreib-app-testen.com
  3. Die fehlerhaften Worte sind verlinkt auf die Domain  http://correctornetworks.com/ , einer in Litauen registrierten Domain, und dies auch noch in täuschender Absicht, denn eigentlich vermutet man bei dem Link zu dem fehlerhaften Wort auf die Originalseite mit dem Fehler zu kommen und nicht in eine Webseite, die was weiß ich sonst noch mit den Daten anfängt
  4. Freundlicherweise bietet sie am Ende ihrer unaufgeforderten Mail an, keine weiteren Mails mehr zu versenden, wenn man auf einen weiteren Link klickt.
    Da hat die Dame mächtig was falsch verstanden:
    • Unaufgeforderte Werbung ist in Deutschland verboten (das glaubt sie wohl mit einer COM-Domain umgehen zu können)
    • Werbung darf erst nach Zustimmung des Empfängers versandt werden, OPT-IN nennt man das, sie hier bietet ein OPT-OUT ohne OPT-IN an
  5. Ihre unaufgeforderte Werbemail sendet sie nicht an die auf der fehlerbehafteten Webseite angegeben Adresse, sondern an eine andere Adresse, die sie irgendwo herausgefunden und mir zugeordnet hat
  6. Mir unterstellt die Dame, daß meine Rechtschreib- oder Tipp-Fehler (ganz einig ist sie sich da selbst nicht) meine Seiten in einem schiefen Licht erscheinen lassen. In welchem schiefen Licht erscheint ihr Web- und Werbeauftritt?

Fazit:

Die Dame macht sich sehr viel Arbeit, Arbeit beim Täuschen, Spurenverwischen, Netz-Konventionen umgehen, und dies in profitorientierter betrügerischer Absicht. Das unterstelle ich jetzt mal so.

Solche Angebote sind mir sehr zuwider, siehe mein voriger Beitrag. Ich habe ihr in einer Mail geantwortet und auf diesen Beitrag hingewiesen. Sollte ich weitere Mails von ihr erhalten, zeige ich sie wegen Belästigung in betrügerischer Absicht (denn was anderes ist ein solches Domain-Spuren-Verwischen?) an.